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Wissenschaft

12 Beratung nach Belieben TeX Wissenschaft;Politik;Objektivität;
Die Wissenschaft wirkt in ihrer akademischen Vertretung, die solche Grundsatzerklärungen verabschiedet, unglaublich naiv, wenn sie unterstellt, in der Politik kümmere sich irgend jemand um solche Ideale wissenschaftlich adäquater Berücksichtigung von Einwänden.

28 Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Behauptungen TeX Glaubwürdigkeit;Weizenbaum;Individualpsychologie;Wissenschaftstheorie
»Wissenschaftliche Behauptungen können nie gewiß sein, höchstens mehr oder weniger glaubwürdig. Und Glaubwürdigkeit ist ein Begriff aus der Individualpsychologie, d.h. ein Begriff, der nur im Hinblick auf einen einzelnen Beobachter sinnvoll ist.«

58 empirische Wissenschaft - Psychologie TeX Psychologie;Wissenschaft!empirische;Aussagen
»Wissenschaften bestehen im allgemeinen aus einer Menge von Aussagen über ihren Gegenstand - im Falle der Psychologie handelt es sich um empirisch fundierte Aussagen über das Verhalten (und Erleben) von Menschen.«

59 Aufgabe der Wissenschaft TeX Wissenschaft;Aufgabe;Kriterium;Wissen;Wissen!gesichertes
»Eine wichtige Aufgabe jeder Wissenschaft ist es, Kriterien aufzustellen, denen Aussagen genügen müssen, um in den Bestand des »Wissens«, der die Wissenschaft aufmacht, aufgenommen werden zu können: Aus der Vielfalt möglicher Aussagen müssen die herausgefiltert werden, die diesen Anforderungen entsprechen und damit als »gesichertes Wissen« oder in gewissem Sinne als »wahr« (genauer genommen: bestätigt) gelten können.«

106 Wissen und Glauben TeX Wissen;Glauben;Erkenntnis;Wissenschaft
Wissen und Glauben bedingen einander wechselseitig. Einerseits bedarf das Wissen (s. d.), die Erkenntnis des Glaubens (s. d.) teils als Basis (Glaube an die Außenwelt u.s.w.), teils als Ergänzung, anderseits stützt sich der (vernünftige) Glaube auf die Ergebnisse des Erkennens. Religiöser Glaube und Wissen (Wissenschaft) sind zwei Arten der Auffassung des Weltinhaltes, die oft in Gegensatz zueinander geraten, der aber dadurch auszugleichen ist, daß dem Glauben als Gebiet das Transcendente (s. d.) oder das mit wissenschaftlichen Mitteln nicht zu Erschöpfende zugewiesen wird

170 Art der Erkenntnis TeX Wissenschaftstheorie;Philosophie;Erkenntnis;a priori;a posteriori;Erfahrung;
In den Wissenschaften treten uns Aussagen verschiedenstens Typs entgegen, die wir begrifflich müssen differenzieren können. Einer der wichtigsten Unterschiede ist der nach der Art der Erkenntnis, nämlich (1) die Erkenntnis aus Erfahrung und (2) die von der Erfahrung unabhängige Erkenntnis, die allein mit den Mitteln der Vernunft begründet werden kann: Erstere ist die Erkenntnis a posteriori, letztere die Erkenntnis a priori.

171 relative Apriori TeX Wissenschaftstheorie; Philosophie;Erkenntnis;a priori;a posteriori;Erfahrung;Definition;Grundprinzip;Konvention;
Nun enthält jede Wissenschaft Aussagen a priori, Aussagen nämlich, deren Gültigkeit ohne Erfahrungskontrolle vorausgesetzt wird. Sie treten dort vor allem als /Konventionen/ auf, d.h. als (willkürliche) Festsetzungen, ebenso als /Grundprinzipien/, und damit sind beide der Nachprüfung entzogen; dasselbe gilt für /Definitionen/. Da diese Aprioris aufhebbar sind, spricht man bei Ihnen von einem /relativen Apriori/.

172 deskriptiv - normativ TeX Wissenschaftstheorie;Philosophie;Erkenntnis;deskriptiv;normativ;
Aussagen, die angeben, daß etwas so und so ist, heißen deskriptiv oder faktisch; solche, die angeben, daß etwas sein soll oder allgemeiner, so und so zu bewerten ist, heißen normativ (oder präskriptiv).

184 Magie als übernatürliche, unpersönliche Macht TeX Magie;Denken;Wissenschaft;Handlungskompetenz
In seiner 1925 erschienenen Studie Magic, Science and Religion wies der Ethnologe Bronislaw Malinowski anhand von Material das er in der Südsee gesammelt hatte, nach, dass Gesellschaften nicht - wie man bis dahin geglaubt hatte - in einer evolutionären Rangfolge ausschließlich von magischem, religiösem oder wissenschaftlichem Denken bestimmt sind, sondern dass alle drei Formen in allen Gesellschaften vorkommen. "Wissenschaftlich" werden immer jene Bereiche behandelt, die der Mensch technisch beeinflussen kann, "magisch" jene die außerhalb seiner Wirkungsmacht stehen. Malinowski definierte die Magie als übernatürliche, unpersönliche Macht in der Vorstellungswelt des Menschen, die all das bewegt und steuert was für ihn gleichzeitig wichtig und unkontrollierbar ist. Magie wird mit Ehrfurcht und Scheu ausgeführt, mit Verboten und ausgefeilten Benimmregeln gesichert. Sie speist sich aus der Tradition, während die Wissenschaft aus der Erfahrung resultiert, von der Vernunft begleitet und durch Beobachtung korrigiert wird. Die Magie ist dagegen undurchdringbar für beides. Und während um die Magie Geheimnisse gemacht werden die durch Initiation weitergegeben werden ist die Wissenschaft offen für alle, ein gemeinfreies Gut. Wo die Wissenschaft sich nach Malinowski auf Erfahrung, Aufwand, und Vernunft stützt, kommt die Magie aus dem Glauben dass "die Hoffnung nicht trügen und der Wunsch niemals vergeblich sein könne". s.a.: Bronislaw Malinowski, Magic, Science and Religion, In: Magic, Science and Religion and Other Essays, Norwich: Fletcher and Son 1975 \[1925\]

185 Magisches Denken im 21. Jahrhundert: die Entwicklung von Bewerbungsstandards TeX Magie;Denken;Wissenschaft;
Felder für magisches Denken öffnen sich auch durch vom Menschen gemachte aber trotzdem vom Individuum nicht kontrollierbare Entitäten wie "Markt" im allgemeinen und "Arbeitsmarkt" im besonderen. Walter Benjamin, Christoph Deutschmann und Thomas Frank wiesen auf die Wahrnehmung ökonomischer Begriffe als übernatürliche Mächte hin. Hesiod hatte diesen Effekt bereits im 7. Jahrhundert vor Christus erkannt und sprach z.B. davon dass auch ein Gerücht ein "Gott" sein könne. Ein Beispiel für magisches Denken im 21. Jahrhundert ist die Entwicklung von Bewerbungsstandards: Vor dem Einsetzen der Massenarbeitslosigkeit Mitte der 1970er existierten nur eine Handvoll deutschsprachige Bewerbungsbücher, gekennzeichnet durch Broschürencharakter. Formalien wurden in ihnen auf wenigen Seiten abgehandelt, dabei fand man auch noch Zeit und Platz über den Sinn einer Handschriftenprobe zu diskutieren. Sonst enthielten die Bücher Tipps wie man an Informationen über die Firma kommt, bei der man sich bewirbt. 30 Jahre später gibt es eine unüberschaubare Flut von Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt - von der Vielzahl der Bewerbungsanleitungen im Netz ganz abgesehen. Und während das Fotografenhandwerk allgemein stagnierte wurde die spezialisiere Bewerbungsbildfotografie- und retusche zum Wachstumsmarkt.

202 Explikation TeX Wissenschaftstheorie;Wissen;Erkenntnis;Explikation;Adäquatheit;Begriff
Unter Explikation wird die Methode verstanden, für unscharfe umgangssprachliche Begriffe präzise Begriffe einzuführen. Dabei heißt Explikandum der gegebene unscharfe Begriff in der Umgangssprache oder Wissenschaftssprache. Explikat der resultierende scharfe Begriff, und Explikation das Verfahren der Analyse und Ersetzung des unscharfen durch einen scharfen Begriff. Darüber hinaus muß das Explikat bestimmte Bedingungen erfüllen, die Adäquatheitsbedingungen, um befriedigend zu sein

259 Sicherheit ist normativ TeX Erkenntnistheorie;Wissenschaftstheorie;Fehlschluss;
1[ [Die Beschreibung eines Systems heißt deskriptiv.] [Die Bewertung eines Systems heißt normativ.] [Die Benennung eines Systems als sicher ist eine Bewertung, also normativ.] [Die Bewertung aus einer Beschreibung ist ein naturalistischer Fehlschluss.] [Die Bewertung erfordert einen Bezugsrahmen.] [Ein geeigneter Bezugsrahmen ist zu entwickeln.] ]1




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Autor: Stefan Schumacher, Stefan.Schumacher [at] Bildungswissenschaft [dot] info
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